Ausgabe 03.2011

Gewinner

Joblinge

Quadratur des Kreises gelungen

In den Workshops des Joblinge-Programms lernen Jugendliche ihre Stärken kennen und bekommen praktische Tipps, um einen Ausbildungsplatz zu finden.

„Kein Abschluss, keine Ausbildung, kein Job? Wenn du auf der Suche nach deiner Chance bist, dann werde Jobling!“. So wirbt die Initiative „Joblinge“ und es stellt sich sofort die Frage: Wie, bitte schön, soll diese Quadratur des Kreises gelingen? „Joblinge“, eine Initiative aus der freien Wirtschaft, hat ein Lösungsmodell erarbeitet und bereits erfolgreich getestet: In einer Vorbereitungsphase trainieren die Jugendlichen zuerst ihre Teamfähigkeit und Disziplin, testen Vorlieben für spätere berufliche Tätigkeiten und stärken so ihr Selbstvertrauen. Jeder Jobling wird von einem Mentor ehrenamtlich beraten. Der Mentor gibt seine Erfahrung aus dem Berufsleben weiter. In einer anschließenden Praxisphase testen sich die Joblinge in einem Unternehmen: Interessieren sie sich für den Job wirklich? Und das Unternehmen seinerseits testet sie: Bringen sie die nötige Motivation mit? Fällt die Antwort positiv aus, bekommt der Jobling einen Ausbildungsplatz und damit die Chance auf einen Arbeitsplatz. „Joblinge“ läuft seit 2008 und erreicht im laufenden Jahr über 300 Jugendliche. „Mit unserem Modell haben auch schwer vermittelbare Jugendliche eine Chance auf dem Arbeitsmarkt. Unser Ziel ist die Finanzierung von ‚Joblinge‘ durch die öffentliche Hand in ganz Deutschland“, sagt Raphael von Hoensbroech, Projektleiter der Boston Consulting Group. Die Unternehmensberatung hat „Joblinge“ mitbegründet. „Mittelfristig aber ist die Initiative auf die Kofinanzierung durch die Wirtschaft angewiesen.“ Rund 450 Unternehmen engagieren sich für die Initiative an den Standorten München, Frankfurt, Berlin und Bayerwald. Auch die Stiftung der Berliner Sparkasse unterstützt die Initiative finanziell und mit Mentoren aus dem Kreis der Mitarbeiter der Berliner Sparkasse / Landesbank Berlin.